Therapie bei ALK-positivem Lungenkrebs
ALK-positiver Lungenkrebs wird zielgerichtet therapiert, das heißt die Medikamente greifen nur den Tumor an und schädigen nicht wie eine Chemotherapie alle Zellen im Körper. Die Therapie erfolgt mit Tyrosinkinaseinhibitoren in Tablettenform.
ALK-positiver Lungenkrebs weist eine geringe Tumormutationslast auf, das heißt, dass der Tumor weniger schnell mutiert. In Studien wurde sichtbar, dass das im Vergleich zu anderen Subgruppen des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses mit einer günstigeren Prognose vergesellschaftet ist, weil es länger dauert, bis der Tumor gegen die Therapie aufgrund von Mutationen resistent wird.
Wichtige Infos zur Erstlinie
Eine Chemotherapie kann die Dauer des Ansprechens verkürzen. Für Patienten ist es entscheidend, dass sie von Anfang an richtig diagnostiziert und therapiert werden. Eine Chemotherapie in der Erstlinie kann den Tumor so genetisch verändern, die Tumormutationslast erhöhen, dass nachfolgende TKIs nicht mehr so lange ansprechen. Bei einer hohen Tumorloast kann aber trotzdem eine Chemo gegeben werden, wenn dringender Behandlungsbedarf besteht und man nicht auf das Ergebnis der molekularen Diagnostik warten kann. Sobald aber ALK+ als Ergebnis feststeht, sollten Patienten die Chemo-Linie verlassen und auf einen TKI umgestellt werden.
ALK-positiver Lungenkrebs streut leider bevorzugt ins Gehirn. Liegen bei Erstdiagnose bereits Hirnmetastasen vor oder haben sich unter laufender Therapie welche entwickelt, wird in der Regel zunächst keine Bestrahlung / OP empfohlen. Die TKIs der 2. Generation wie Alectinib (Alecensa), Brigatinib (Alunbrig) oder 3. Generation wie Lorlatinib (Lorviqua) sind hochwirksam im ZNS (zentralen Nervensystem). Je nach Größe und Ansprechen können Metastasen sich vollständig zurückbilden beziehungsweise verkleinern, sodass zunächst keine Bestrahlung notwendig ist. Circa 60 bis 85 Prozent der ALK-Patienten mit Hirnmetastasen sprechen auf die ALK-Inhibitoren Alectinib, Brigatinib oder Lorlatinib intrakraniell (im Kopf) an. Deswegen beginnen Patienten heute ihre Therapie mit einem TKI der 2. oder 3. Generation.
Behandlung des ALK-positiven Lungenkrebs
TKI (Tyrosinkinasehemmer) Xalkori, Zykadia, Alunbrig, Alecensa, Lorviqua
Bestrahlung, Ablationsverfahren bei ALK-positivem NSCLC
Nach Versagen der TKIs für ALK+
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